Umfrage bestätigt globale Unterstützung der Demokratie, gibt aber auch zu Besorgnis Anlass

Umfrage bestätigt globale Unterstützung der Demokratie, gibt aber auch zu Besorgnis Anlass

Umfrage bestätigt globale Unterstützung der Demokratie, gibt aber auch zu Besorgnis Anlass 1659 899 Charles Marsh

Große Mehrheit aus 38 Ländern unterstützt Demokratie

Das Pew Research Centre veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse einer in 38 Ländern durchgeführten Umfrage zur weltweiten Einstellung zur Demokratie. Der Studie zufolge „gibt es Gründe zur Besorgnis und zur Gelassenheit, wenn es um die Zukunft der Demokratie geht“. 78% der Befragten befürworteten die repräsentative Demokratie als Regierungsform, nur 17% sprachen sich dagegen aus. Südamerika und Russland sind die einzigen Weltregionen, in denen die repräsentative Demokratie weniger als 70 % Unterstützung hatte.

78% unterstützen repräsentative Demokratie

Die Umfrage zeigt aber auch, dass eine große Zahl von Menschen in vielen Ländern politische Systeme unterstützen würde, die mit der liberalen Demokratie unvereinbar sind. Die „Herrschaft des Militärs“ und die „Herrschaft eines starken Führers“ genossen im Durchschnitt eine Unterstützung von 24% bzw. 26%. Die Befragten waren hinsichtlich der Frage einer „Herrschaft der Experten“ mit 49% Unterstützung und 46% Opposition gespalten. Die direkte Demokratie, in der auch die Bürger und nicht nur gewählte Abgeordnete über wichtige Themen abstimmen, fand bei der weltweiten Umfrage 66% Zustimmung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es eine starke Korrelation zwischen denjenigen gibt, die die direkte Demokratie unterstützen, und denjenigen, die populistische politische Parteien unterstützen.

66% unterstützen die direkte Demokratie

Es gab weitere Muster in den Umfragedaten. Der Bericht fand eine starke Korrelation zwischen dem „Bekenntnis zur repräsentativen Demokratie“ und dem Wohlstandsniveau sowie dem bestehenden Niveau der Demokratie in dem jeweiligen Land. Kurzum, laut dieser Studie waren die Menschen in wohlhabenderen und demokratischeren Ländern stärker dem Konzept der repräsentativen Demokratie verbunden. Ähnlich stellten die Forscher fest, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der Unterstützung der Demokratie gab; diejenigen mit einem höheren Bildungsniveau waren eher bereit, die Demokratie zu unterstützen. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel unterstützten 24% der Personen mit Sekundarschulbildung oder weniger eine Militärherrschaft, verglichen mit nur 7% Unterstützung bei Personen mit höherer Bildung als die Sekundarstufe.

Unzufriedenheit mit der Performance der Demokratie

Während die Mehrheit der Befragten das Prinzip der Demokratie befürwortete, waren sie in Bezug auf die tatsächliche Verwirklichung weitaus gespaltener. Im Durchschnitt gaben 46% an, dass sie „mit der Funktionsweise der Demokratie in unserem Land“ zufrieden seien, während eine Mehrheit von 52% dies verneinte. Dies unterstreicht den weit verbreiteten Wunsch nach einer besseren Performance der demokratischen Institutionen. Auch hier korrelierte diese Kenngröße sehr stark mit der Wirtschaftsleistung eines Landes, wobei die Unterstützung in wirtschaftlich wohlhabenderen Ländern höher ausfiel und umgekehrt. Bemerkenswert ist, dass die afrikanische Region in dieser Frage überdurchschnittlich zufrieden war, mit 60% zufrieden und nur 38% unzufrieden.

Charles Marsh

Charles is a postgraduate student currently undertaking a masters degree in Global Politics at the University of Southampton.

Charles Marsh