Globale Bedrohungen und Weltpolitik: Mehrheit befürwortet supranationale Entscheidungen

Eine von ComRes durchgeführte international Umfrage in acht Ländern in allen Weltregionen über „globale Bedrohungen und Weltpolitik” im Auftrag der Global Challenges Foundation hat ergeben, dass 61% aller Befragten die Welt zum aktuellen Zeitpunkt „unsicherer als noch vor 2 Jahren“ empfinden und veranschaulicht damit die wachsende Besorgnis über die momentane weltpolitische Situation. Die Umfrage zeigt das allgemein wachsende Bedürfnis nach einer Stärkung der globalen Gemeinschaft und der Errichtung internationaler Institutionen um Probleme auf globalem Niveau lösen zu können.

Trotz des allgemeinen Vertrauens in die Vereinten Nationen gibt es unter den Befragten einen starken Wunsch zur Verbesserung ihrer Struktur. 85% sind der Meinung, dass es einer Reform der UNO bedarf, damit globale Probleme effektiver behandelt werden können.

71% befürworten verbindliche globale Entscheidungen

Die Mehrheit der Befragten würde eine neue Organisation auf globaler Ebene befürworten. 71% aller Umfrageteilnehmer gaben an, die Etablierung einer neuen supranationalen Organisation zu befürworten, die in der Lage ist, verbindliche globale Entscheidungen zu treffen. Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis in Indien, wo sich 84% für eine solche Institution ausgesprochen haben. China und Südafrika zeigen ähnliche Tendenzen, mit 78% und 76% Befürwortern. In Brasilien und Großbritannien unterstützen jeweils 69% der Befragten die Errichtung einer neuen supranationalen Organisation. Die Ergebnisse in den weiteren befragten Ländern sind 65% in Australien, 62% in Deutschland und 67% in den USA.

75% betrachten sich auch als Weltbürger

Die Umfrage behandelte darüber hinaus die Frage nach der Identifikation als Weltbürger. Eine Weltbürgerschaft wurde als „die Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten die damit einhergehen, Mitglied der Weltengemeinschaft zu sein“ definiert, wobei betont wurde, dass dies zusätzlich zu und nicht anstatt der nationalen Staatsbürgerschaft zu verstehen ist. Die Mehrheit aller Befragten gab an, sich als Weltbürger zu fühlen. Besonders stark vertreten war diese Ansicht wieder in Indien: 93% aller indischen Befragten identifizierten sich als Weltbürger. Das zweithöchste Ergebnis wurde in Südafrika erzielt, mit 88%. Auch in Brasilien fanden sich mit 84% eine hohe Anzahl an „Weltbürgern“. In Australien waren es 64%, 76% in China, 58% in Deutschland, 62% in Großbritannien und 72% in den USA.

Für die Erhebung wurden zwischen dem 27. April und 10. Mai 2017 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 aus 8 verschiedenen Ländern befragt.

Lisa Schüller
Lisa Schüller is a law student at the University of Vienna. She is the Winter 2017 Intern of the Campaign for a UN Parliamentary Assembly and Democracy Without Borders hosted by the World Federalist Movement in New York.