Internationale Umfrage: Bürgerinnen und Bürger wollen mehr Demokratie

Photo by Ryoji Iwata on Unsplash
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Der dritte Democracy Perception Index (DPI), eine der weltweit größten jährlichen Umfragen zum Thema Demokratie, zeigt, dass die Menschen rund um den Globus Demokratie weiterhin als unerlässlich betrachten, aber Bedenken hinsichtlich der Demokratie in ihren eigenen Ländern haben.

In der Umfrage, die von Dalia Research in Zusammenarbeit mit der Stiftung Alliance of Democracies in 53 Ländern durchgeführt wurde, gaben 78 Prozent der Befragten an, dass es wichtig sei, in ihrem Land Demokratie zu haben – wobei eine Mehrheit der Befragten in jedem Land diese Frage bejahte. Aber weltweit gaben zwei von fünf Befragten an, ihr Land sei nicht wirklich demokratisch, und 43 Prozent sagten, ihre Regierung erfüllte nur die Interessen einer kleinen Gruppe von Menschen.

78 Prozent finden Demokratie „wichtig zu haben“

Der DPI untersuchte das sogenannte „Perceived Democratic Deficit“ – die Kluft in jedem Land zwischen der Bedeutung, die die Bürgerinnen und Bürger der Demokratie beimessen, und dem Entwicklungsstand der Demokratie, die sie in ihrem Land sehen. Die Länder, die den Erwartungen ihrer Bürgerinnen und Bürger in der diesjährigen Studie am nächsten kommen, sind Dänemark, die Philippinen, Saudi-Arabien, die Schweiz und Taiwan; die Länder, die den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an die Demokratie am wenigsten entsprechen, sind Ungarn, Nigeria, Polen, die Ukraine und Venezuela. Laut der Studie erfüllt also „keine Regierung die demokratischen Erwartungen ihrer Bürger“. Dies bestätigen ähnliche Ergebnisse der vorjährigen Studie.

Darüber hinaus hält es eine 55-prozentige Mehrheit für „sehr wahrscheinlich“ oder „einigermaßen wahrscheinlich“, dass eine ausländische Macht das Ergebnis ihrer nächsten Wahl beeinflussen wird. Diese Angst ist in den asiatischen Ländern Indonesien, Pakistan, Indien und den Philippinen am größten.

Ein Lichtblick für die Demokratien der Welt ist eine allgemein hohe Bewertung des Umgangs ihrer Regierungen mit der COVID-19-Pandemie. Weltweit sagen sieben von zehn Befragten in demokratischen Ländern, dass ihre Regierung gut mit der Krise umgeht, verglichen mit 74 Prozent der Befragten in nicht-demokratischen Staaten.

Etwa die Hälfte der Befragten weltweit ist der Meinung, dass ihr Land während der Pandemie das richtige Maß an Beschränkungen umgesetzt hat, obwohl ein ähnlicher Anteil der Meinung ist, dass es insgesamt zu viele Verletzungen der Grundrechte als Folge von COVID-19 gegeben hat.

Der DPI wurde im Vorfeld des Copenhagen Democracy Summit veröffentlicht, der dieses Jahr vom 18. bis 19. Juli online stattfand. Die Umfrage wurde im Frühjahr 2020 durchgeführt. Die Stichprobe von 124.000 Online-Befragten wurde in 53 Ländern erhoben, wobei die Größe der Länderstichproben zwischen 1.000 und 3.000 lag. Die national repräsentativen Ergebnisse wurden auf der Grundlage der offiziellen Verteilung von Alter, Geschlecht und Erfahrung für die Bevölkerung jedes Landes berechnet.

Übersetzt aus dem Englischen von Sabina Triseckin

If you like this article, consider making a donation